## Trachtenpflegeverein Oberlausitz e.V. Aufgaben unseres Vereins Artikel
 


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Aufruf zum Oberlausitztag am 21. August

Liebe Oberlausitzer,
macht alle mit und begeht jährlich am 21. August würdig den Tag der Oberlausitz! Er ist in den Köpfen von Oberlausitzer Bürgern entstanden, denen die Heimat am Herzen liegt! Der Tag der Oberlausitz ist ein Aktions- und Gedenktag, ein Tag der regionalen Besinnung an allen Orten der Oberlausitz.

Liebe Oberlausitzer Unternehmer und Vereine,
werdet an diesem Tage selbst aktiv und helft mit, eure Heimat zu einer bedeutenden Region in Europa zu machen! Das gilt für Einzelpersonen, Familien, Jugendgruppen, Vereine, Schulen und Unternehmen. Neue Ideen sind gefragt!

Liebe Oberlausitzer,
toleriert die sprachlichen und ethnischen Unterschiede zwischen den Oberlausitzern deutscher, sorbischer und polnischer Nationalität! Einigkeit macht stark!

Liebe Oberlausitzer,
hisst zum Zeichen eurer Heimatliebe die blau-goldene (blau-gelbe) Oberlausitzflagge! Ihr könnt diese im Online-Shop von Sachsen Fahnen unter http://www.vispronet.de/fahnen-stoffbanner/sonderfahnen.html direkt erwerben.

Liebe Oberlausitzer,
lasst euch eure Traditionen, Bräuche, Eigenarten weder schlechtreden noch nehmen und besinnt euch auf das Selbstwertgefühl eurer Vorfahren!

Liebe Oberlausitzer,
macht euch mit eurer Geschichte vertraut, besucht Museen, Ausstellungen, Vorträge oder heimatbezogene Veranstaltungen!

Liebe Oberlausitzer,
ladet eure Kinder, Enkelkinder, Verwandten oder Nachbarn ein, die ihre Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen haben und trefft euch, u. a. zu Wanderungen, Radtouren, Ausfahrten in unserer schönen Natur der Oberlausitz!

Liebe Bäcker, Fleischer, Köche, Gastwirte aus der Oberlausitz,
bietet zum oder um den Tag der Oberlausitz euren Kunden und Gästen traditionelle Erzeugnisse und Gerichte sowie auch neue kreative Oberlausitzprodukte an!

Liebe Kulturschaffende und Sportfreunde aus der Oberlausitz,
organisiert an diesem Tage und den Wochenenden kleine oder größere Veranstaltungen und stellt euren Verein oder eure Mannschaft einer breiten Öffentlichkeit vor!

Bitte tragt eure Aktivitäten und Veranstaltungen, die in der Zeit zwischen dem Wochenende vor und dem Wochenende nach dem 21. August stattfinden, ein in: www.tag-der-oberlausitz.de oder www.oberlausitztag.de oder .eu

Kuratorium Einige Oberlausitz e.V.     Bürgerforum Oberlausitz


Trachtenmode ist keine Volkstracht oder Die Tracht als lebendiger Personalausweis

In den letzten Wochen war in der hiesigen Presse viel von einer neuen Oberlausitzer Tracht die Rede. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Volkstracht, sondern vielmehr um ein Kostüm, eine Kleidung oder eine Uniform, die in guter Absicht von Oberlausitzern für Oberlausitzer in den Oberlausitzfarben Blau-Gelb kreiert worden ist. Unter einer Tracht versteht man die traditionelle Kleidung eines bestimmten geografischen Raumes oder einer Volksgruppe als Ergebnis einer langen Entwicklung, an der viele Menschen mitgewirkt haben. Landhausstil, Trachtenmode und Dirndl gehören nicht zur Volkstracht.

Bis zur französischen Revolution 1789 trugen sowohl die sorbischen als auch die deutschen Oberlausitzer eine solche Volkstracht. In den deutschen Industriedörfern des Gebirgsgebietes wurde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Volkstracht fast vollständig durch die Zeitmode verdrängt. In einigen landwirtschaftlich geprägten sorbischen Dörfern wird die Tracht von traditionsbewussten Trachtenträgern bis heute bewahrt. Vor dem Aufkommen der nationalen Bestrebungen im 19. Jahrhundert verstanden sich die Oberlausitzer beider Nationalitäten weniger als Sorben oder Deutsche, sondern vielmehr als dem Hof X, dem Kloster Y oder der Stadt Z zugehörende Untertanen. Es gab also keine rein sorbische oder rein deutsche Tracht. Die alten Kleiderordnungen untersagten den niederen Ständen, Deutschen und Sorben gleichermaßen, das Anlegen kostspieliger modischer Kleidung.

Heiratete eine deutsche Frau in ein sorbisches Dorf ein, musste sie sich den dortigen Trachtennormen unterordnen und dorfgerecht kleiden. Vor 200 Jahren konnte man nicht durch bloßes Hingucken den Sorben vom Deutschen unterscheiden. Man wusste an Hand der Kleidung bestenfalls aus welcher „Ecke“ er ist. Heute gibt es in der Oberlausitz nur noch drei Gebiete, in denen Trachten auch im Alltag vereinzelt getragen werden. Sie liegen alle im sorbischen Sprachgebiet.

Eine Tracht ist keine Uniform. Besonders die Trachtenträgerinnen kleideten sich nach ihrem Schönheitsempfinden unter Beachtung der Trachtennormen. Aus den Farben und der Musterung der Kleidungsstücke, dem Anlegen und dem Binden der Hauben, der Auszier und dem Schmuck konnte man auf den Familienstand, das Alter, die Konfession, die soziale Stellung, den Gemütszustand und auf den Anlass des Tragens schließen. Nicht jede Frau trug die gleiche Haube, das gleiche Schultertuch oder die gleiche Schürze, wie es bei einer Bühnenkleidung häufig praktiziert wird. Abgesehen von Schleifen, Tüchern und Bändern kamen bei den Kleidungsstücken, wie bei Röcken, Schürzen, Miedern und Jäckeln satte Farben und bei heiratswilligen Mädchen leuchtende Farben zum Einsatz. Eine ältere Frau kleidete sich nie zartrosa, zartgrün oder hellblau, auch nicht brillant oder extrem bunt, mehrfarbig schon, aber eben dunkel. Die meisten Farben haben in der Tracht eine bestimmte Bedeutung. Über den Oberrock wird eine den Unterleib umschließende Schürze gebunden. Zur Tracht gehört sowohl bei Frauen als auch bei Männern immer eine Kopfbedeckung, gleichgültig ob Häubel, Mützel, Tüchel, Kränzel oder Hut. Der Kopf blieb bis Mitte des 19. Jahrhunderts grundsätzlich bedeckt, im Bett, hinter dem Handwebstuhl, beim Kochen, auf dem Feld, beim Einkaufen, beim Feiern genauso wie in der Kirche. „Blußch“ (ohne Kopfbedeckung) galt als unanständig.

Einige Heimat und Mundartgruppen im gebirgigen Teil tragen bei ihren Auftritten eine an die Tracht angelehnte Bühnenkleidung. Dazu zählen die „Volksspielkunst Thalia Jonsdorf“, die „Sing- und Trachtengruppe Großschönau“ und der „Oberlausitzer Trachtenpflegeverein“ aus Zittau. In meinem Buch „Stolz darauf, ein Oberlausitzer zu sein“ erfährt man interessante Details über unsere Volkstracht.

Hans Klecker
info@hans-klecker.de


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